Warum modernes Hundetraining so wichtig ist

Immer wieder tauchen die alten Gespenster der früheren „Hundeausbildung“ auf, leider.  Mit Druck wird versucht, den Hund gefügig zu machen, er muss folgen und sich unterordnen. Über vermeintliche Körpersprache wird dem Hund mitgeteilt, was wir von ihm wollen. Habt Ihr schon einmal versucht, auf chinesisch einen Tee zu bestellen?  Wir sind keine Hundesprachler, dafür fehlt es uns an gewissen Körperteilen. Und dabei wird vergessen, dass Hunde schon lange keine Wölfe mehr sind, genau so wenig, wie wir uns noch auf die gemeinsame Stufe von Primaten stellen. Ganz ehrlich, wer will schon zurück in die Steinzeit? Unsere Hunde haben es  perfektioniert, uns zu lesen. Wir müssen nur schlüssig für sie agieren, dann kann Hund auch richtig reagieren.

Aber wir können durch unsere Körperhaltung einladend, abwehrend oder sogar bedrohlich wirken. Der Schlüssel ist fachgerechtes Training statt vorsintflutlicher Dominanz. Körpersprache des Hundes lesen: ja, bitte! Das ist ein wichtiger Punkt, um einzuschätzen, wie es unserem Hund gerade geht und welche Reaktion evtl. zu erwarten ist. Wer seinen Hund lesen kann, kann ihm auch helfen, den besseren Lösungsweg zu wählen.

Hunde sind höchst soziale Wesen, die sich so gern dem Menschen anschließen. Was sie brauchen, ist Geduld und Verständnis, Einfühlungsvermögen und ja, auch eine Führung. In unserem immer komplexer werdenden Lebensraum müssen sie sich uns noch mehr anvertrauen, als das je zuvor der Fall war. Nur durch positives Training, ausführliche Verhaltensanalyse mit Einbeziehung des gesamten Umfeldes, ist es möglich, unerwünschtes Verhalten langfristig zu ändern, neues Verhalten zu formen und letztlich dem Hund die Sicherheit zu vermitteln, die er braucht, um (wieder) zurecht zu kommen.

Wichtig hierbei ist außerdem, das Individuum im Hund zu sehen, so kann es keine einzige Lösungsstrategie geben, die auf alle Probleme gleich anzuwenden ist. Je nach Hundetyp, seiner Rassezugehörigkeit, der bisherigen Erfahrungen, seinem ehemaligem Lebensmittelpunkt, seinem Gesundheitszustand und Alter bringt jeder Hund seine eigenen Strategien mit, um in seiner Welt bestehen zu können. Und hierbei geht es ihm sicher nicht um Herrschaftsansprüche.

Mit Verständnis UND modernen, fundierten Trainingstechniken wird der Weg frei für ein gemeinsames, glückliches Mensch-Hund-Team!

Mein Hund – Mein Herz – Hundetraining mit Herz UND Verstand!

Pfote drauf!

Selbstbewusst – durch faire Beziehungsarbeit

Eure Susanne Stahl

27.06.19

Leckerlie im Training – muss das sein?
Nein. Muss es nicht….. ABER:

-es ist einfach eine tolle Möglichkeit, unserem Hund zu zeigen, dass er etwas gut gemacht hat! 
Egal, ob im Alltag, oder speziell im Training. Klar, kann das auch ein Lobwort oder ein Streicheln. Auch ein Spiel oder ihn etwas tun zu lassen, was er jetzt gerne täte, ist eine gute Belohnungsmöglichkeit.

Dennoch:

– es ist nunmal die schnellste Methode, um ein gewünschtes Verhalten zu stärken oder ein Kommando aufzubauen. Ich kann eine Übung schneller hintereinander abfragen, der Fluss wird nicht unterbrochen, der Hund bleibt bei der Sache. IN Kombination mit einem Clicker – unschlagbar!

– Leckerlie sind meist ein größerer Anreiz als ein so dahin gesprochenes Lob. Gestreichelt während der Arbeit wollen die wenigsten Hunde werden. Ein lustiges Zergel- oder Ballspiel bringt den Vierbeiner dann doch gedanklich weiter von der Aufgabe weg, ist aber dennoch höchst sinnvoll als Abschluss oder Pause (und die soll es im Training ja auch reichlich geben), um den Kopf frei zu kriegen und sich aufzulockern.

– Leckerlie können gut dosiert werden. Richtig Tolle – wo Deinem Hund die Augen rausfallen – für super Leistung, einfachere für mittlere Anstrengung oder wenn der Hund im Anblick der Köstlichkeit tatsächlich nicht mehr denken kann.

– Mit Leckerlie kann man toll neue Übungen formen (es sollten kleine, schnell schluckbare Köstlichkeiten sein) und dem Hund genau zeigen, wie er sich in die gewünschte Position bringen soll. Hier wird erstmal mit Leckerlie in der Hand gelockt. Keine Angst – sobald unser Vierbeiner verstanden hat, was er genau tun soll, verschwinden die Leckerlie in der Tasche und werden nur noch als Belohnung hervor gezückt. Auch das muss man dann nicht immer tun, bei guter Arbeit und Belohnung wird das Verhalten selbst so toll für die Fellnase, dass man schließlich den „Leckerlieregen“ reduzieren kann, ganz einstellen sollte man ihn allerdings nicht. – Wer geht schon gerne ohne Lohn zur Arbeit…..

– Es ist also absolut nichts Verwerfliches dran, mit Futter zu arbeiten. Es schafft tolle Emotionen beim Hund, im Hundesport ist es nicht mehr wegzudenken. Es hilft im Alltag z.B. bei Click für Blick – fressen, kauen, lecken – beruhigt! Man erkennt stressige Situationen für den Hund sofort, wenn der Hund viel hastiger oder gar nicht mehr das angebotene Futter nimmt. Man kann außerdem die Ration vom normalen Futter wieder abziehen.

In diesem Sinne: Belohnt Eure Hunde für ihre Arbeit. 😀

18.07.19

Von „Ich krieg die Krise“ beim Spaziergang zu „Auja! Neue Herausforderung zum Üben!“

Kennt Ihr das? Man fürchtet bestimmte Situationen, wie vorbeifahrende Fahrräder, Hundebegegnungen, Wildtiere, usw, weil Hundi sich mal wieder daneben benimmt. 
Man hat doch schon so viel durch – warum funktioniert es immer noch nicht?

Weil ich die richtige Mischung aus Management und kleinstschrittigem Aufbau von gewünschten Verhalten und die passende Belohnung brauche. Wir verlangen oft viel zu schnell zu viel und erkennen nicht, dass unser Vierbeiner der Herausforderung noch nicht gewachsen ist.

Unser Spaziergang neulich:

Abrufen trotz 4 spielender Hasen nach Bunny-Watching mit Pfiff, Rückruf bei entgegenkommenden Menschen, Fahrrädern und Hunden inkl. Sitzen bei mir, Birdwatching, und dann auch noch Leckerlie ignorieren, die ein anderer Gassigänger leider!! liegen gelassen hat.

Belohnung: verschiedenwertige Leckerchen, Lob, Watching und den Hund spüren lassen, dass er das gaaaanz toll macht. Dazwischen Möglichkeiten zum Abbau der Erregung.

DAVOR: in vielen Übungssituationen ohne Ablenkung und dann LANGSAM steigernd aufgebauter Rückruf, Stehenbleiben, Sitzen, „lass es“, Rückorientierung.

FÖRDERN STATT ÜBERFORDERN ist die Devise!

 

„Bird-Watching“: Stehen bleiben und Vögel/Wild/Katzen schauen. Ansprechbar und damit abrufbar werden.

Sitzen können trotz Leckerchenparadies am Boden. Dann weitergehen, Belohnung von mir. Ein „Lasse es“ – Ohne Druck aufgebaut. Es kann lebensrettend sein. Hier ist noch keine selbständige Anzeige trainiert. 

Aus aktuellem Anlass:

Bitte lasst keine Leckerchen liegen, damit führt Ihr unnötig nachkommende Hunde in Verführung und macht für diese eine Baustelle auf… Das ist nicht fair!

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